Neben der Exportfunktion im Bibliothek-Modul von Lightroom gibt es noch weitere Möglichkeiten, vorallem schnell eine größere Menge an bearbeiteten Bildern exportieren zu können. Das gilt insbesondere für die Veröffentlichung von Bildern im Internet.

Wer seine Bilder auf der eigenen Website oder auf Fotoplattformen und sozialen Netzwerken präsentiert, weiß wie zeitraubend und aufwändig der Upload sein kann. Eine deutliche Arbeitserleichterung schaffen hier sog. Zusatzmodule, die in Lightroom instelliert werden können und dann im Bibliothek-Modul in der linken Spalte unterhalb der Sammlungen im Reiter Veröffentlichungsdienste zur Verfügung stehen.

Beginnen möchte ich meine kleine Reihe mit einem Zusatzmodul für das Content-Management-System WordPress.

Zusatzmodul WP / LR Sync für Lightroom

Wer eine eigene Website mit WordPress betreibt kennt das zeitraubende Procedere des Bild-Uploads: Export aus Lightroom auf die Festplatte mit sinnvoller Dateibenennung, Dateien hochladen über den Medien-Manager von WordPress, Verschlagwortung, Betitelung, Alt-Text, Zuweisung auf Seite/Beitrag, usw..

Das ist schon eine menge Arbeit aber was wenn ich die Bilder in Lightroom weiter bearbeitet habe und gerne die aktuelle Version auf meine Website bringen möchte? Dann beginnt das Spiel von vorne.

Abhilfe und große Zeitersparnis verschafft hier WP / LR Sync des Software-Entwicklers und Fotografen Jordy Meow meoapps. Ihr könnt sie Euch über seine Website als Testversion bzw. für 14$ in der Vollversion herunterladen.

Eigentlich besteht die App aus zwei Teilen – einem Zusatzmodul für Lightroom und einem dazu gehörigen Plugin für WordPress. Das Lightroom-Modul wird über den Zusatzmodul-Manager installiert und erscheint dann bei den Veröffentlichungsdiensten im Bibliothek-Modul.

Das Zusatzmodul erscheint nach der Installation im Manager

Exporteinstellungen

Bevor die Synchronisierung mit Lightromm beginnen kann, muss das Modul noch eingerichtet werden. Durch „ctrl + Klick“ bzw. rechte Maustaste + Klick  >> Einstellungen bearbeiten öffnet sich der Veröffentlichungsmanager.

Über Einstellungen bearbeiten den Veröffentlichungsmanager einrichten

Neben der Seriennummer trage ich hier die Webadresse meiner WordPress-Installation und die Zugangsdaten ein. Außerdem lassen sich Bild-Metadaten den WordPress-Feldern Titel, Beschriftung und Alternativer Text zuweisen. Die weiteren Einstellungen entsprechen denen des Export-Dialoges in Lightroom.

Das Konfigurationsfenster von WP/LR Sync

Bilder synchronisieren

Um Bilder mit der Media-Library von WordPress zu synchronisieren werden die ausgewählten Bilder in Lightroom per drag&drop in die vorinstallierte photos Sammlung im WP/LR-Veröffentlichungsdienst bewegt. Sie erscheinen dann im mittleren Fenster der Lightroom-Benutzerfläche und ich kann sie über den Veröffentlichen-Button mit WordPress automatisch synchronisieren. In diesem Fall erscheinen sie in der Media-Library unter alle Medien.

Mit rechtem Mausklick auf WP/LR Sync kann ich aber auch eine Collection erstellen und Bilder in diese bewegen. Nach dem Upload erscheint die Collection in WordPress und somit kann ich meine Bilder dort thematisch strukturieren und nach diesen suchen/filtern. Auch eine Smart-Collection analog zur Smart-Sammlung ist möglich.

Collection oder Smart-Collection erstellen

Veröffentlichte Bilder aktualisieren

Die große Stärke von WP/LR Sync ist die Option der Aktualisierung meiner in WordPress veröffentlichten BIlder mit nur einem Mausklick. Sobald ich in Lightroom Änderungen an einem Bild vornehme wandert dieses im WP/LR Veröffentlichungsdienst in die Unterrubrik Erneut zu veröffentlichende geränderte Fotos. Ein Klick auf Veröffentlichen und Lightroom aktualiisert automatisch die Bilder in WordPress.

Veränderte Bilder erscheinen im neuen Fenster und können aktualisiert werden

Bilder nachträglich synchronisieren in Lightroom

Für alle Bilder die bereits in meiner WordPress Media Library und gleichzeitig in meinem Lightroom Katalog enthalten sind, aber vor der Verwendung von WP/LR Sync auf üblichem Wege hochgeladen wurden, besteht die Möglichkeit einer nachträglichen Synchronisierung.

Hierzu öffne ich im Lightroom Menü >>> Bibliothek >> Zusatzmoduloptionen > Total Synchronization. Über den Befehl Start beginnt ein automatischer Überprüfungslauf wobei ich in der Spalte Lightroom wählen kann zwischen allen und der ausgewählten Sammlung (Selection). Das Plugin zeigt mir mögliche übereinstimmende Paare an.

Automatische Überprüfung aud identische Bildpaare über das Plugin Total Synchronization

Die Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung wird angezeigt. Fehlerquote war bei mir allerdings recht hoch. Aber man kann die nicht zugewiesenen Bilder manuell über das Plugin in WordPress sozusagen aus der anderen Richtung synchronisieren.

Bilder nachträglich synchronisieren in WordPress

In WordPress Menü >> WP/LR Sync > Media Tools aufrufen und man bekommt eine Übersicht aller nicht mit Lightroom verlinkten Bilder.

Nachträgliche Verlinkung über das WordPress Plugin Media Tools

In dieser Maske besteht die Möglichkeit, für jedes einzelne Bild eine sog. Lightroom ID einzutragen und darüber die Synchronisierung herzustellen. Vorher müssen die IDs aber in den Zusatzmoduloptionen > Total Synchronization erstmals vergeben werden:

Die ID wird in den Metadaten der Bilder angezeigt sobald ich den Metadaten-Satz WP/LR Sync auswähle:

Als letztes wird die ID per copy&paste im WordPress Plugin im dafür vorgesehenen freien Feld eingetragen und via Link-Button verlinkt:

Fazit

WP/LR Sync ist ein mächtiges Tool wenn es um den schnellen Upload mehrerer Bilder direkt aus Lightroom heraus zu einer WordPress-Installation einer Website geht. Die Möglichkeit Ordner und Sammlungen (Collections) anzulegen hilft sehr, Struktur in die Media Library von WordPress zu bringen. Die nachträgliche Aktualisierungsoption ist eine angenehme Zusatzfunktion die ich zumindest vermutlich nicht so häufig nutzen werde.

Bleibt noch die nachträgliche Verlinkung bestehender Bildsammlungen in WordPress: Die autom. Suche ist wenn für einen umfangreichen Katalog ausgeführt sehr langatmig weil es ewig dauert um mehrere hundert oder gar tausende Bilder zu durchforsten. Zudem war mein erster Eindruck dass die Trefferquote nicht sehr hoch ist.

Da finde ich die gezielte Suche und Zuordnung in WordPress über die vergebene Lightroom-ID schneller und sehr präzise.

Eine genaue Anleitung auf englisch findet Ihr auf der Website von Jordy Meow