Inhaltsverzeichnis
- Old School und manchmal sehr fehleranfällig: Statischer vs. kontinuierlicher AF
- Focus and Recompose bei Porträts im Modus AF-S bzw. One Shot
- Kontinuierlicher Autofokus bei Bewegung
- Die entspannte Fokusmethode mit Back Button Focus
- Wie löse ich dieses Problem und erhöhe meine Fokus-Trefferquote?
- AF-Funktion am Auslöser deaktivieren
- Was macht die Back Button Focus Technik so besonders?
- Fazit
- Weitere Bilder

Moderne Autofokus-Systeme von Kameras sind inzwischen nicht nur schnell, sondern auch ziemlich präzise. Doch so schnell der Autofokus auch arbeitet – es gibt immer wieder Situationen in der Portrait-, Sport- oder Tierfotografie in denen man zu viele Fehlfokus-Bilder produziert. Gerade in Verbindung mit geringer Schärfentiefe.
- Du fotografierst Menschen und ihre Gesichter oder Augen sind immer wieder unscharf
- Du setzt die Technik Focus & Recompose ein, musst aber für jedes Foto neu aufs Auge fokussieren
- Der Fokuspunkt muss ständig verschoben werden
- Die Kamera nutzt den Augen-Autofokus, verliert aber nach dem Auslösen das Subjekt
Diese Probleme sind auch oft in meinen Portrait-Kursen Diskussionsthema. Die gute Nachricht: Für diese Probleme gibt es eine Lösung, die fast jede Kamera bietet: Der sog. Back Button Focus.
Old School und manchmal sehr fehleranfällig: Statischer vs. kontinuierlicher AF
Bei klassischen digitalen Spiegelkameras wie modernen spiegellosen Systemkameras unterscheidet man bei den Fokus-Modi zwischen dem statischen AF (One Shot bei Canon, AF-S bei allen anderen Marken) und dem kontinuierlichen AF (AI Servo Canon, AF-C Rest).
Focus and Recompose bei Porträts im Modus AF-S bzw. One Shot
Jahrelang absolvierte ich meine Porträts mit der sog. Focus and Recompose Technik. Das heißt: Bei jedem Foto ziele ich mit einem einzelnen Fokus-Messfeld auf das Auge des Models, drücke den Auslöser halb durch (Focus), und schwenke anschließend die Kamera, um den gewünschten Bildaufbau zu erzielen (Recompose).
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Kurs findenKontinuierlicher Autofokus bei Bewegung
Nehmen wir nun an, das Model steht nicht still, sondern bewegt sich auf mich zu. Mit AF-S und Focus & Recompose wird man nicht weit kommen. In diesem Szenario kommt der kontinuierliche AF-C/AI-Servo zum Einsatz.
Aber Vorsicht: Focus & Recompose kann man in diesem Szenario nicht mehr einsetzen. Der Fokus würde sich beim Schwenken der Kamera, sofort auf den Hintergrund scharf stellen, sobald das Fokusfeld vom Model abweicht.
Die entspannte Fokusmethode mit Back Button Focus
Die beiden beschriebenen Fokus-Szenarien kann man mit dem statischen bzw. dem kontinuierlichen Autofokus ganz gut meistern.
Schwieriger wird aber folgendes Szenario: Das Model steht zwar an einer festgelegten Position, soll aber verschiedene Posen nacheinander einnehmen. Zusätzlich möchte ich durch Veränderung meiner Aufnahmeposition kurz hintereinander verschiedene Perspektiven auf diese Posen realisieren.
Wie löse ich dieses Problem und erhöhe meine Fokus-Trefferquote?
Statische und bewegte Motive flexibel zu fotografieren, geht am besten mit der Back Button Focus Methode.
Mit dem Back Button Focus ist der Auslöser nicht länger mit zwei Funktionen, Fokussieren + Auslösen belegt. Hier wird das Fokussieren auf eine der hinteren Funktionstasten (Back Button) gelegt und separat mit dem Daumen bedient.
Auf der rechten Rückseite vieler Kameras befinden sich eine oder mehrere sog. Funktionstasten. Diese können mit z.B. AF-On, AE-L, AF-L oder Fn beschriftet sein. AF-ON ist die klassische Taste für Back Button Focus.
Das Auslösen bleibt vorne beim Auslöser. Man muss auch nicht mehr zwischen statischem und kontinuierlichem Autofokus wechseln, sondern bleibt permanent im AF-C / AI SERVO.
AF-Funktion am Auslöser deaktivieren
Bei einigen Kameramodellen muss man zusätzlich noch die AF-Funktion am Auslöser deaktivieren. Bei der Sony A7 >> 1. Reiter, Seite 6 von 14: AF b. Auslösung: Aus. Bei Canon in der Custom Steuerung im Untermenü der Funktionstastenbelegung. Bei Nikon geht das im Individualfunktionen-Menü im Untermenü „a Autofokus".
Was macht die Back Button Focus Technik so besonders?
- Ich bleibe beim kontinuierlichen Autofokus (AF-C / AI Servo) ganz egal ob ich ein statisches oder sich bewegendes Motiv habe.
- Nachdem das AF-Feld oder die AF-Gruppe auf mein Motiv ausgerichtet ist/sind, starte ich den AF mit der Funktionstaste und bleibe mit dem Daumen auf der Taste.
- Jetzt kann ich ein ums andere Mal den Auslöser betätigen um ein Foto nach dem anderen zu machen ohne dass die Kamera das Fokussieren dazwischen unterbricht und neu startet.
- Sollte ich einmal den Schärfepunkt speichern wollen wie im AF-S / One Shot üblich, muss ich nur die Taste loslassen.
- Nochmals die Funktionstaste drücken und der AF-C startet von neuem.
- Selbst der Gesichts-/Augen-AF bei spiegellosen Systemkameras lässt in diese Technik einbinden.
- Somit kann ich per Tastendruck zwischen AF-S / One Shot und AF-C / AI Servo hin und her wechseln.
Fazit
Ich selbst habe recht lange gebraucht um das Funktionsprinzip des Back Button Focus in seinem vollen Umfang zu verstehen. Aber seitdem ich ihn einsetze, ist die Fokus-Trefferquote in meinem Hauptarbeitsbereich Portraitfotografie stark nach oben gegangen.
Die Technik muss ein bisschen geübt werden, aber nach einer kurzen schwierigen Umstellungsphase ist sie ein absoluter Gewinn – zumindest in meinen Augen.
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