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Technik

Canon EOS R8 Mark II gegen EOS R8: die Unterschiede für Fotografen

9 min Lesezeit

Canon hat die EOS R8 Mark II vorgestellt. Was sich gegenüber der ersten EOS R8 beim Fotografieren wirklich ändert: IBIS, Autofokus, Voraufnahme, Bedienung und Dual Pixel 3D.

Canon EOS R8 Mark II gegen EOS R8: die Unterschiede für Fotografen

Canon hat am 15. September 2026 die EOS R8 Mark II vorgestellt. Die erste EOS R8 ist seit 2023 auf dem Markt und war bei meinen Kursteilnehmern immer dann beliebt, wenn es um leichtes Vollformat für Reise und Alltag ging. Die Mark II bleibt diesem Gedanken treu, schließt aber die größte Lücke des Vorgängers.

In diesem Beitrag schaue ich mir an, was sich für die Fotografie tatsächlich ändert. Video lasse ich bewusst außen vor. Und weil die Kamera erst ab dem 20. Oktober ausgeliefert wird, halte ich mich bei allem zurück, was ich noch nicht selbst in der Hand hatte. Meine Autofokus-Einstellungen der ersten EOS R8 findest du in einem eigenen Beitrag.

Was gleich geblieben ist

Fangen wir mit dem an, was Canon nicht angefasst hat. Das ist mehr, als man bei einer neuen Generation erwarten würde.

Im Inneren arbeitet weiterhin der 24,2-Megapixel-Vollformatsensor, den schon die erste R8 und die EOS R6 Mark II nutzen. Auch der Prozessor bleibt der DIGIC X. Der ISO-Bereich reicht unverändert bis 102.400 und lässt sich erweitern. Die Serienbildgeschwindigkeit liegt weiterhin bei bis zu 40 Bildern pro Sekunde mit elektronischem Verschluss und bei 6 Bildern pro Sekunde mit elektronischem ersten Verschlussvorhang. Einen vollmechanischen Verschluss gibt es also nach wie vor nicht.

Für die Bildqualität heißt das: Wer bereits mit der ersten R8 fotografiert, bekommt in der Mark II keine andere Dateibasis. Die Verbesserungen liegen woanders.

Der Bildstabilisator im Gehäuse

Das ist die Neuerung, auf die viele gewartet haben. Die EOS R8 Mark II hat einen Bildstabilisator mit fünf Achsen direkt im Gehäuse. Zusammen mit passenden RF-Objektiven gleicht er bis zu 7,5 Blendenstufen aus.

Der ersten R8 fehlte genau das. Wer dort ein unstabilisiertes Objektiv ansetzte, etwa eine lichtstarke Festbrennweite, war allein auf die eigene Hand angewiesen. Bei einem 50er wurde es unterhalb von etwa einer Fünfzigstelsekunde schnell kritisch.

In der Praxis bedeutet der Stabilisator vor allem Freiheit bei wenig Licht. Innenräume, blaue Stunde, Museen und Kirchen ohne Stativ werden deutlich entspannter. Für meine Kurse ist das ein echtes Argument, weil viele Teilnehmer genau an dieser Stelle unscharfe Bilder mit nach Hause nehmen.

Zwei Dinge solltest du trotzdem im Kopf behalten. Ein Stabilisator gleicht deine eigene Bewegung aus, nicht die deines Motivs. Ein laufendes Kind bleibt auch mit 7,5 Stufen unscharf, wenn die Belichtungszeit zu lang ist. Und er kostet Platz im Gehäuse, was uns direkt zum nächsten Punkt bringt.

Größe und Gewicht

Die erste EOS R8 wiegt 414 Gramm ohne Akku und 461 Gramm einsatzbereit. Die Mark II liegt bei 499 Gramm beziehungsweise 546 Gramm mit Akku und Karte. Das sind rund 85 Gramm mehr.

Canon bezeichnet die Mark II als leichtestes EOS-Gehäuse mit Bildstabilisator, und das ist sie auch. Wer sich aber bewusst für die erste R8 entschieden hat, weil sie so leicht war, sollte diesen Unterschied kennen. Am Ende ist es ein Tausch: etwas mehr Gewicht gegen eine spürbar größere Chance auf scharfe Bilder aus der Hand.

Autofokus: die Unterschiede im Detail

Beide Kameras arbeiten mit dem Dual Pixel CMOS AF II und erkennen Personen, Tiere und Fahrzeuge. Der Aufbau des AF-Menüs dürfte sich daher kaum verändern. An drei Stellen legt die Mark II aber nach.

Empfindlichkeit bei wenig Licht: Die Mark II fokussiert bis EV -7,5, die erste R8 bis EV -6,5. Das ist eine ganze Blendenstufe. Wer in Innenräumen, bei Kerzenlicht oder in der Dämmerung fotografiert, merkt so etwas sofort, weil der Autofokus weniger pumpt.

Personen-Priorität registrieren: Das ist neu und für mich der interessanteste Punkt. Du kannst bis zu zehn Personen direkt in der Kamera hinterlegen und bis zu 100 auf der Speicherkarte. Die Kamera erkennt diese Personen dann wieder und fokussiert sie bevorzugt. Bei einer Familienfeier mit vielen Gesichtern oder auf einem belebten Platz nimmt dir das die Entscheidung ab, welches Gesicht gemeint ist. Genau dieser Moment, in dem der Autofokus auf die falsche Person springt, ärgert in der Praxis am meisten.

Nachführung bei Verdeckung: Canon gibt an, dass die Verfolgung stabiler bleibt, wenn das Motiv kurzzeitig verdeckt wird. Wie deutlich das ausfällt, kann ich erst sagen, wenn ich die Kamera selbst getestet habe.

Was sich dagegen nicht ändert: die grundsätzliche Logik aus Servo, OneShot, AF-Bereichen und Motiverkennung. Wer meine Einstellungen zur ersten R8 verwendet, wird sich in der Mark II schnell zurechtfinden.

Endlich ein Multi-Controller

Der ersten EOS R8 fehlte ein kleiner Joystick zur Wahl des Fokusmessfeldes. Das Feld musste über das Steuerkreuz, über den Touchscreen oder über die Taste für die AF-Messfeldwahl in Verbindung mit der M-Fn-Taste verschoben werden. Das funktioniert, ist aber umständlicher, wenn es schnell gehen muss.

Die Mark II bekommt einen Multi-Controller. Damit schiebst du das Messfeld direkt mit dem Daumen an die gewünschte Stelle, auch beim Blick durch den Sucher. Für Portrait und für alles, was sich bewegt, ist das im Alltag eine der spürbarsten Verbesserungen, auch wenn sie auf dem Datenblatt unscheinbar wirkt.\n\n

Canon EOS R8 Mark II Rückseite mit markiertem Multi-Controller

Voraufnahme und Pufferspeicher

Eine Voraufnahme konnte schon die erste EOS R8. Sie steckte dort allerdings im RAW-Burst-Modus, lief mit 30 Bildern pro Sekunde und legte alles in einer einzigen CR3-Datei ab. Zum Auswählen der Bilder brauchtest du anschließend die Canon Software. Das war brauchbar, aber sperrig.

Bei der Mark II sitzt die Voraufnahme im normalen Serienbildmodus H+. Sie speichert etwa eine halbe Sekunde vor dem vollständigen Durchdrücken bis zu 20 zusätzliche Aufnahmen, und zwar mit 40 Bildern pro Sekunde in RAW oder JPEG inklusive Belichtungs- und Schärfenachführung. Du bekommst also normale Einzeldateien statt eines Sammelcontainers.

Auch der Pufferspeicher ist gewachsen. Die Mark II schafft bis zu 73 RAW-Aufnahmen am Stück. Canon nennt gegenüber der ersten R8 ein Plus von 58 Prozent bei JPEG und 30 Prozent bei RAW. Bei 40 Bildern pro Sekunde ist der Puffer trotzdem schnell voll, das war bei der ersten R8 der begrenzende Faktor und bleibt auch hier einer.

Bedienung und Gehäuse

Canon führt mit der Mark II eine überarbeitete Formensprache ein und nennt die T80 und die EOS 650 als Vorbilder. Das Gehäuse fällt kantiger aus. Wichtiger als die Optik sind aber drei praktische Änderungen.

Der Speicherkartenschacht hat eine eigene Klappe und sitzt nicht mehr neben dem Akku. Wer die Kamera auf einem Stativ oder mit Kameraplatte nutzt, kommt dadurch an die Karte, ohne alles abzubauen. Es bleibt bei einem einzelnen SD-Steckplatz.

Dazu kommt ein separater Schalter für Ein, Aus und Video. Wer Foto und Video mischt, wechselt damit schneller.

Optional gibt es den Extension Grip EG-E2. Er verbessert die Handhabung bei größeren Händen, hat eine Klappe für den schnellen Akkuwechsel und ein eigenes Stativgewinde. Ein Batteriegriff ist das nicht, die Laufzeit verlängert er also nicht.

Dual Pixel 3D Imaging

Diese Funktion ist völlig neu und die EOS R8 Mark II ist die erste Canon Kamera, die sie mitbringt. Die Kamera speichert JPEG-Dateien zusammen mit zusätzlichen Tiefeninformationen. Möglich macht das die Dual Pixel Bauweise des Sensors, bei der jeder Bildpunkt aus zwei Fotodioden mit leicht unterschiedlicher Perspektive besteht.

Mit der kostenlosen Anwendung Dual Pixel 3D Converter für Windows lassen sich daraus dreidimensionale Bilder und 3D-Modelle in den Formaten OBJ und GLB erzeugen. Du kannst die Tiefenwirkung anpassen, das Hauptmotiv freistellen und den Hintergrund ersetzen. Die Software steht ab dem 3. Oktober 2026 bereit.

Ob du das brauchst, hängt stark von deiner Arbeit ab. Für klassische Fotografie ändert es nichts. Interessant wird es, wenn du Produkte für einen Onlineshop aufnimmst oder Inhalte für räumliche Darstellungen erzeugen möchtest. Canon weist darauf hin, dass gute Tiefeninformationen bestimmte Bedingungen brauchen, unter anderem ein vollständig erfasstes Motiv und eine klare Trennung von Motiv und Hintergrund. Ich bin gespannt, wie zuverlässig das in der Praxis funktioniert.

Weitere Funktionen für Fotos

Ein paar Punkte, die für die Fotografie relevant sind, fasse ich kurz zusammen. Die Mark II bietet Focus Bracketing und Focus Stacking, einen Schwenkassistenten, einen Panorama-Assistenten und einen eigenen Modus für Nachtaufnahmen. Für die Gestaltung in der Kamera kommen Filmtone Colour Filter, Custom Picture, die Unterstützung von LUT-Dateien und ein einstellbarer Effekt für glatte Haut bei Portraits dazu.

Bei der Bildgestaltung in der Kamera bin ich zurückhaltend. Ich fotografiere in RAW und lege Look und Hautanmutung lieber in der Bearbeitung fest, weil ich dort jederzeit zurück kann. Wer direkt aus der Kamera heraus liefert, wird sich über die Auswahl freuen.

Die Unterschiede in der Übersicht

Sensor24,2 MP Vollformat24,2 MP Vollformat
ProzessorDIGIC XDIGIC X
Bildstabilisator im Gehäuseneinja, bis 7,5 Stufen
Serienbild elektronischbis 40 B/sbis 40 B/s
Pufferspeicher RAWetwa 56 Bilderbis 73 Bilder
VoraufnahmeRAW-Burst, 30 B/s, CR3-ContainerModus H+, 40 B/s, RAW oder JPEG
Autofokus bei wenig Lichtbis EV -6,5bis EV -7,5
Personen registrierenneinbis 10 in der Kamera, 100 auf Karte
Multi-Controllerneinja
Speicherkartenfachneben dem Akkueigene Klappe
Dual Pixel 3Dneinja
Gewicht mit Akku und Karte461 g546 g

Preis und Verfügbarkeit

Die Canon EOS R8 Mark II ist ab dem 20. Oktober 2026 erhältlich. Das Gehäuse kostet 1.799 Euro UVP, das Bundle mit dem RF 24-105mm F4-7.1 IS STM liegt bei 2.199 Euro UVP. Zum Vergleich: Die erste EOS R8 startete 2023 bei 1.699 Euro und ist inzwischen deutlich günstiger zu bekommen.

Lohnt sich der Wechsel?

Meine Einschätzung, ohne die Kamera bisher selbst benutzt zu haben.

Wenn du bereits eine EOS R8 hast und überwiegend bei gutem Licht oder mit stabilisierten Objektiven fotografierst, ist der Wechsel kein Muss. Sensor und Bildqualität bleiben gleich, und die Bilder werden dadurch nicht besser.

Wenn du dagegen viel bei wenig Licht unterwegs bist, gerne mit lichtstarken Festbrennweiten ohne eigene Stabilisierung arbeitest oder dich am fehlenden Joystick immer gestört hast, dann sind IBIS, Multi-Controller und der empfindlichere Autofokus zusammen ein starkes Paket.

Wer neu ins Vollformat einsteigt und die Wahl zwischen beiden hat, sollte den Preisunterschied gegen den Stabilisator abwägen. Die erste R8 ist gebraucht und im Abverkauf attraktiv, die Mark II nimmt dir dafür bei wenig Licht Arbeit ab.

Häufige Fragen zur Canon EOS R8 Mark II

Was ist der größte Unterschied zwischen der Canon EOS R8 und der EOS R8 Mark II?

Der Bildstabilisator im Gehäuse. Er gleicht bis zu 7,5 Blendenstufen aus, und der ersten EOS R8 fehlte diese Funktion vollständig. Alles andere sind Verbesserungen im Detail.

Hat die Canon EOS R8 Mark II einen besseren Sensor?

Nein. Beide Kameras arbeiten mit demselben 24,2-Megapixel-Vollformatsensor und demselben DIGIC X. Bei gleicher Belichtung bekommst du dieselbe Bildqualität. Wer allein wegen der Bildqualität wechseln möchte, spart das Geld besser.

Was kostet die Canon EOS R8 Mark II und ab wann ist sie erhältlich?

Das Gehäuse kostet 1.799 Euro UVP. Das Bundle mit dem RF 24-105mm F4-7.1 IS STM liegt bei 2.199 Euro UVP. Ausgeliefert wird ab dem 20. Oktober 2026.

Lohnt sich der Umstieg von der EOS R8 auf die Mark II?

Das hängt davon ab, wie du fotografierst. Bei gutem Licht und mit stabilisierten Objektiven ist der Wechsel kein Muss. Wer viel bei wenig Licht unterwegs ist, mit lichtstarken Festbrennweiten ohne eigene Stabilisierung arbeitet oder den fehlenden Joystick vermisst hat, bekommt dagegen ein rundes Paket.

Ist die Canon EOS R8 Mark II schwerer als die erste R8?

Ja, rund 85 Gramm. Die erste R8 wiegt einsatzbereit 461 Gramm, die Mark II 546 Gramm. Der Bildstabilisator braucht Platz im Gehäuse. Canon nennt die Mark II trotzdem das leichteste EOS-Gehäuse mit Stabilisator.

Deine Kamera richtig einrichten

Eine neue Kamera macht noch keine besseren Bilder, solange die Einstellungen nicht zu deiner Fotografie passen. Im 1:1 Kameratraining gehen wir deine Canon gemeinsam durch und richten Autofokus, Bedienung und Voreinstellungen so ein, wie du arbeitest. Alternativ kannst du dich für ein Einzelcoaching anmelden.

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