In meinen Kursen werde ich regelmäßig gefragt, welches Buch ich zum Fotografieren lernen empfehle. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wo du stehst. Ein Anfänger braucht ein anderes Buch als jemand, der die Technik beherrscht und an seiner Bildsprache arbeiten will. Deshalb ist das hier keine Top-20-Liste, sondern eine kurze Auswahl nach Lernphase. Wenige Bücher, dafür die richtigen.
Vorweg noch ein Hinweis aus 30 Jahren Praxis: Ein Buch erklärt dir die Theorie so oft du willst, und das ist sein großer Vorteil. Was es nicht kann: auf deine Bilder schauen und dir sagen, warum eines funktioniert und das andere nicht. Plane deshalb zu jedem Buch feste Übungszeit ein, sonst bleibt es Theorie.
Phase 1: Die Technik verstehen
Der große Fotokurs: Besser fotografieren lernen
Der Klassiker für den Einstieg: Kamerafunktionen, Schärfe, Belichtung und das Zusammenspiel von Licht und Farbe, verständlich und der Reihe nach aufgebaut. Gut für alle, die noch nie bewusst an der Kamera gedreht haben.
Die große Fotoschule: Das Handbuch zur digitalen Fotografie (Rheinwerk Verlag)
Das dicke Standardwerk und eher Nachschlagewerk als Lesebuch. Wer ein einziges Buch für die nächsten Jahre will, nimmt dieses. Wer schnelle erste Erfolge will, ist mit einem schlankeren Einstieg besser bedient.
Benjamin Jaworskyj: Einfach fotografieren lernen
Der lockerste Einstieg der Liste, Schritt für Schritt und ohne Fachchinesisch. Gut für alle, die von klassischen Lehrbüchern abgeschreckt sind. Wer es gründlicher mag, greift zu einem der beiden oberen.
Phase 2: Bilder gestalten
Cora und Georg Banek: Fotografieren lernen, Band 2 – Bildgestaltung und Bildsprache (dpunkt Verlag)
Wenn die Technik sitzt, entscheidet die Gestaltung. Dieses Buch behandelt systematisch, was ein Bild trägt: Linien, Flächen, Farben, Blickführung. (Band 1 derselben Reihe deckt die technischen Grundlagen ab, falls du beides aus einer Hand willst.)
Michael Freeman: Der fotografische Blick
Das bekannteste Buch zur Bildkomposition, und das zu Recht. Freeman zeigt an vielen Beispielen, warum manche Bilder funktionieren. Nach der Lektüre siehst du Motive anders, das ist keine Floskel, sondern der Zweck des Buchs.
Phase 3: Licht verstehen
Oliver Rausch: Gestalten mit Licht und Schatten
Licht ist das Gestaltungsmittel der Fotografie, und dieses Buch behandelt nichts anderes: Licht sehen, verstehen und einsetzen. Für alle, die von „korrekt belichtet" zu „bewusst beleuchtet" wollen.
Was Bücher nicht können
Ich verkaufe Fotokurse, deshalb kannst du diesen Absatz als befangen abtun. Trotzdem ist er ehrlich gemeint, in beide Richtungen: Für die Theorie sind Bücher unschlagbar, sie kosten 20 bis 45 Euro und du kannst jedes Kapitel dreimal lesen. Woran die meisten Selbstlerner trotzdem hängen bleiben, ist das Feedback. Niemand sagt dir, dass deine Portraits am Standpunkt scheitern und nicht an der Blende. Genau dafür gibt es die Bildbesprechung in meinen Kursen. Mein Rat deshalb: Buch kaufen, sechs Wochen üben, und wenn du dann feststeckst, ist ein Fotokurs für Anfänger oder ein Einzelcoaching der schnellste Weg weiter. Wenn du erstmal kostenlos starten willst: Mein Guide zum Fotografieren lernen deckt die Grundlagen ab, die auch die Einsteiger-Bücher behandeln.
Häufige Fragen
Reicht ein Buch, um fotografieren zu lernen?
Für die Theorie ja, eines aus Phase 1 genügt für den Start. Ob du damit besser fotografierst, entscheidet sich beim Üben, nicht beim Lesen.
Buch oder YouTube?
Bücher sind strukturiert und vollständig, Videos zeigen einzelne Handgriffe besser. Die Kombination funktioniert gut: Buch als roter Faden, Videos für konkrete Fragen zwischendurch.
Welches Buch zum Verschenken?
Für Einsteiger eines aus Phase 1. Wenn du nicht weißt, wo die Person steht, ist ein Kursgutschein die sichere Variante, dann wählt sie selbst.
Brauche ich ein Buch zu meiner Kameramarke?
Für den Anfang nicht, die Grundlagen sind markenübergreifend. Für die Menü-Details deiner Kamera findest du in meinem Blog Einstellungs-Guides zu vielen Nikon-, Canon- und Sony-Modellen.
Aus der Praxis
Übe die Grundlagen im Fotokurs direkt an deiner Kamera.
Im Grundlagenkurs arbeiten wir an deiner eigenen Kamera, egal welche Marke. In München, in Gruppen mit maximal zehn Teilnehmern.
War dieser Beitrag hilfreich?
Dein Feedback hilft mir, die Beiträge weiter zu verbessern.
