
Die meisten Fujifilm-Kameras (z. B. X-T1 bis X-T5, X-Pro-Serie) setzen auf ein Retro-Bedienkonzept: Blende, Belichtungszeit, ISO und Belichtungskorrektur werden direkt über eigene Ringe und Räder eingestellt. Wer von Nikon, Canon oder Sony kommt, sucht dann oft vergeblich nach dem klassischen Moduswahlrad. Diese Verwirrung erlebe ich häufig in meinen Fotokursen in München.
Fujifilm-Kameras: das besondere Bedienkonzept
Das analoge Konzept mit direkten Einstellmöglichkeiten für ISO, Blende, Belichtungszeit und Belichtungskorrektur spricht viele Fotograf*innen an – vor allem alle, die den Look und die Haptik alter Analog-Kameras schätzen. Die üblichen Modusbezeichnungen sind je nach Hersteller P, A/Av, S/Tv und M.
Kameramodus wählen bei Fujifilm
Fujifilm hat sein einheitliches Konzept inzwischen aufgeweicht. Modelle wie die X-S10 und X-H2 nutzen ein klassisches P/A/S/M-Wahlrad. Bei den Reihen X-T1 bis X-T5, X-Pro1/2/3, X-H1, X-T10/20/30 und der X-E-Serie gilt folgendes Prinzip:
Programmautomatik
Blendenring und Belichtungszeit-Rad stehen jeweils auf A. Die Kamera wählt Blende und Zeit.
Zeitautomatik (A/Av)
Gewünschte Blendenzahl am Blendenring einstellen, Belichtungszeit-Rad auf A. Die Kamera wählt die passende Belichtungszeit.
Blendenautomatik (S/Tv)
Blendenring auf A, gewünschte Belichtungszeit am Zeiten-Rad einstellen. Die Kamera wählt die passende Blende.
Manueller Modus (M)
Blende am Blendenring, Belichtungszeit am Zeiten-Rad – beides manuell. Für einen vollständig manuellen Modus solltest du auch die ISO manuell setzen; steht sie auf A, hast du faktisch eine ISO-Halbautomatik.
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XF-Objektive ohne Blendenring
Einige Fujifilm XF-Objektive (z. B. das XF 18–55 mm Zoom) haben keinen Blendenring. Die Blendenautomatik steuerst du hier über einen kleinen Schiebeschalter an der linken Objektivseite: A steht für automatische Blende, das Blenden-Icon für manuelle Blendenwahl über das Kamera-Einstellrad. Direkt daneben sitzt der Bildstabilisator OIS.
„T" am Belichtungszeiten-Rad
Der Buchstabe T auf dem Zeiten-Rad erlaubt es, längere Zeiten (ab 2 s bis zur längsten möglichen Belichtungszeit) über eines der Einstellräder zu wählen. Manche Modelle bieten über T sogar den vollen Zeitenbereich.
Wählst du eine bestimmte Zeit direkt am analogen Rad – etwa 2000 für 1/2000 s – kannst du sie mit dem Einstellrad in 1/3-Lichtwertschritten um bis zu 2/3 LW verkürzen oder verlängern (z. B. 1/2500 s, 1/3200 s bzw. 1/1600 s, 1/1250 s).
Fazit
Das Retro-Konzept von Fujifilm ist Gewöhnungssache, aber sehr direkt: Sobald die Zuordnung „A = Automatik, Zahl/Ring = manuell" sitzt, wählst du jeden Belichtungsmodus in Sekunden – ganz ohne Menü. Wer tiefer einsteigen möchte, kann das in einem Fotokurs in München direkt an der eigenen Kamera üben.
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