Die Nikon Z50 II ist eine kompakte Systemkamera im DX Format und bringt beim Autofokus fast alles mit, was auch in der Z6 III steckt. Im Inneren rechnet derselbe EXPEED 7 Prozessor, und die Motiverkennung sowie das 3D-Tracking stammen aus den größeren Nikon Modellen. Ab Werk ist die Kamera aber sehr allgemein eingestellt. Wer Menschen oder schnelle Motive fotografiert, holt spürbar mehr aus dem AF heraus, sobald ein paar zentrale Menüpunkte auf das eigene Motiv abgestimmt sind. Wir gehen sie nach der Nikon Menüstruktur durch. Den Schwesterbeitrag zur Z6 III findest du separat.
Die Z50 II und die Z6 III im Vergleich
Weil beide Kameras den gleichen Prozessor und einen großen Teil des Autofokus teilen, gilt fast alles aus diesem Beitrag auch für die Z6 III. Beide nutzen EXPEED 7 mit derselben Motiverkennung und demselben 3D-Tracking, und beide haben in den Individualfunktionen die gleiche Gruppe a. Ein paar Dinge sind aber anders. Die Z50 II hat einen kleineren APS-C Sensor und dadurch etwas weniger Fokusmessfelder. Beim Bedienen fehlt ihr der Sub-Wähler, also der kleine Joystick, und eine eigene AF-ON-Taste. Das Fokusfeld verschiebst du deshalb über den Multifunktionswähler oder das Display, und den rückwärtigen Fokus legst du auf die AE-L/AF-L-Taste. Einen Bildstabilisator im Gehäuse hat die Z50 II ebenfalls nicht, das spielt beim Fokussieren aber keine Rolle.
Fokus im Fotoaufnahmemenü
Das Fundament für den Autofokus legst du im Fotoaufnahmemenü. Drei Punkte sind dafür entscheidend.
Fokusmodus: Ich fotografiere fast immer mit AF-C, dem kontinuierlichen Autofokus. Er führt den Fokus laufend nach, sobald sich im Bild etwas bewegt. Für ruhende Motive genügt AF-S, der einmal scharfstellt und den Punkt dann hält. Von Hand stellst du mit MF scharf. Am schnellsten wechselst du den Modus über das i-Menü.
AF-Messfeldsteuerung: Sie bestimmt, wie die Z50 II das Fokusfeld auswählt. Es gibt das Nadelspitzen-Messfeld für feine, ruhende Details, das Einzelfeld für punktgenaues Fokussieren, die Dynamische Messfeldsteuerung in den Größen S, M und L, das Große Messfeld in mehreren Stufen sowie das 3D-Tracking und die Automatische Messfeldsteuerung. Für Menschen und Tiere nutze ich meistens die Automatische Messfeldsteuerung mit eingeschalteter Motiverkennung. Die Kamera findet das Auge dann selbst und bleibt daran. Für einen kleinen Punkt ohne Gesicht wechsle ich auf das Einzelfeld.
Optionen der AF-Motivwahrnehmung: Hier legst du fest, worauf die Motiverkennung achten soll. Zur Auswahl stehen Personen, Tiere, Fahrzeuge und Flugzeuge sowie die Stellung Auto. Bei mir steht überwiegend Personen, weil ich vor allem Menschen fotografiere. Mit Auto überlässt du der Z50 II die Entscheidung, was im Bild als Motiv gilt.
Individualfunktionen: a Autofokus
Die Feinabstimmung des Autofokus steckt bei Nikon in den Individualfunktionen. Die Gruppe a Fokus sammelt alle Punkte, mit denen du das AF-Verhalten an deine Motive anpasst. Ich gehe die wichtigen der Reihe nach durch.
a1 Priorität bei AF-C (kont. AF): Bei mir steht hier Schärfepriorität. Die Z50 II gibt das Bild dann erst frei, wenn der Fokus sitzt. Weil ich fast durchgehend mit AF-C fotografiere, spare ich mir so unscharfe Auslöser.
a2 Priorität bei AF-S (Einzel-AF): Aus demselben Grund stelle ich auch hier auf Schärfepriorität.
a3 Schärfenachf. mit Lock-On: Dieser Wert steuert, wie zäh der Autofokus an deinem Motiv festhält, wenn kurz ein Störer davor gerät. Ich belasse ihn in der Mitte bei 2. Wenn im Vordergrund viel passiert, drehst du ihn nach oben.
a4 Verwendete Fokusmessfelder: Du entscheidest, ob dir sämtliche Messfelder angeboten werden oder nur jedes zweite. Ich bleibe bei Alle. Die Zahl der Felder ist überschaubar, und so habe ich die volle Auswahl.
a5 Messf. je n. Ausricht. speich.: Ich schalte das für das Fokusmessfeld ein. Danach hält die Z50 II für Hochformat und Querformat jeweils die zuletzt gewählte Position bereit.
a6 AF-Aktivierung: Der wichtigste Punkt für den rückwärtigen Fokus. Ich wähle Nur AF-EIN. Dann fokussiert die Kamera nicht mehr beim Antippen des Auslösers, sondern nur noch über die dafür belegte Taste. Welche Taste das an der Z50 II ist, klären wir weiter unten.
a7 Nachleuchtdauer d. Fokusmessf.: Legt fest, wie lange das Messfeld nach dem Scharfstellen noch markiert bleibt. Ich schalte es aus.
a8 Messfeld-Auswahl einschränken: Ein echter Zeitgewinn. Du entfernst die Messfeldsteuerungen aus der Auswahl, die du nie brauchst. So springst du im Betrieb nur noch zwischen deinen zwei oder drei Favoriten hin und her.
a9 Scrollen bei Messfeldauswahl: Bestimmt, ob die Auswahl am Bildrand auf die gegenüberliegende Seite springt. Ich lasse das aus.
a10 Fokusmessfeld-Anzeige: Hier steckt die Darstellung des Fokusfeldes. Ich aktiviere die Anzeige für den manuellen Fokus und den Assistenten für Dynamisch. Die Farbe für das 3D-Tracking lasse ich auf Weiß.
a11 Integriertes AF-Hilfslicht: Das kleine Licht hilft dem Autofokus bei Dunkelheit. Ich lasse es meistens aus, weil es Menschen blendet. Wenn ich es brauche, schalte ich es gezielt ein.
a12 Konturfilter: Damit schaltest du das Focus Peaking für den manuellen Fokus frei. Die Z50 II hebt die scharf abgebildeten Kanten dann farbig hervor. Ich nehme die mittlere Empfindlichkeit und die Farbe Rot.
a13 Auswahlgeschw. f. Fokusmessf.: Regelt, wie schnell sich das Fokusfeld mit dem Multifunktionswähler bewegt. Ich lasse das auf der normalen Stufe.
a14 Man. Fokussierring im AF-Modus: Erlaubt dir, im Autofokus jederzeit mit dem Fokusring von Hand nachzuziehen. Ich lasse das eingeschaltet.
Der Autofokus im i-Menü
Das i-Menü ist Nikons schnelles Bedienfeld und erspart dir das Blättern im Hauptmenü. Du öffnest es mit der i-Taste. Für den Autofokus zählen vor allem der Fokusmodus und die AF-Messfeldsteuerung, dazu die Einstellung der Motiverkennung. Über diese Felder springst du schnell zwischen AF-C und AF-S sowie zwischen den Messfeldsteuerungen, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen. Welche Felder im i-Menü liegen, stellst du dir über die Individualfunktion f1 selbst zusammen.
Wichtige Tasten für den Autofokus
Die Z50 II ist kompakt und kommt mit weniger Tasten aus als die Z6 III. Für den Autofokus sind aber einige Bedienelemente wichtig, und du solltest wissen, wie du den Fokus damit steuerst.
- Multifunktionswähler: Das Steuerkreuz auf der Rückseite. Damit schiebst du das Fokusfeld an die gewünschte Stelle. Einen eigenen Joystick wie an der Z6 III hat die Z50 II nicht, deshalb übernimmt der Multifunktionswähler diese Aufgabe. Genauso schnell geht es über das Display, indem du direkt auf dein Motiv tippst.
- AE-L/AF-L-Taste: Eine eigene AF-ON-Taste gibt es an der Z50 II nicht. Für den rückwärtigen Fokus belegst du deshalb die AE-L/AF-L-Taste neu und legst das Fokussieren darauf. Zusammen mit der Individualfunktion a6 und der Stellung Nur AF-EIN fokussierst du dann mit dem Daumen und löst mit dem Zeigefinger aus. Warum diese Methode so flexibel und treffsicher ist, liest du ausführlich in meinem Beitrag zum Back Button Fokus.
- Fn2-Taste: Sie befindet sich auf der Vorderseite der Kamera. In der Werkseinstellung bereits sinnvoll belegt: Hältst du Fn2 gedrückt und drehst am vorderen Einstellrad, wechselst du die AF-Messfeldsteuerung. Über das hintere Rad kommst du an den Fokusmodus. So stellst du beides um, ohne das Auge vom Sucher zu nehmen.
- OK-Taste: Hast du die Automatische Messfeldsteuerung aktiv, startest du mit der OK-Taste die Schärfenachführung. Das Feld wird zum Visierfeld, du legst es auf dein Motiv, und die Kamera bleibt daran. Ein weiterer Druck beendet die Verfolgung. Wählst du dein Motiv per Fingertipp auf dem Display, startet die Verfolgung von allein.
Noch tiefer einsteigen?
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