Wie vermeide ich unscharfe, verwackelte, verrauschte oder fehlbelichtete Bilder in der Portraitfotografie? Hier ein paar Tipps vom Profi speziell zu Nikon Z 6 und 7 Kameras (passt teilweise auch für andere Z-Modelle):

  1. Die Belichtungsvorschau bei Blitzfotografie ausschalten

Falls du Portraits mit Blitzlicht fotografierst, solltest du die Belichtungsvorschau (Live View) dementsprechend anpassen.

Wird der Blitz als Aufhellblitz draußen bei Tageslicht oder in Innenräumen verwendet, ohne dass er die Hauptlichtquelle darstellt, kannst du die Live View aktiviert lassen. Dazu gehst du in das Menü Individualfunktionen und stellst dort ein auf:

d9) Einstell. auf Liveview anw.: Ein

Bei der Z6 III > d10) Ansichtsmodus (Foto Lv): Ein

Ebenfalls bei der Z6 III gibt es die Möglichkeit, bei Option a (Auswirkungen d. Einstellungen darstellen) durch Klick nach rechts festzulegen, dass dies nur bei Fotografie ohne Blitz passieren soll.

Aufnahme & Anzeige bei Nikon Z6 II einstellen

Nikon Z6 II

Anders sieht es aus, wenn du Portraits in einem Studio oder Innenraum ohne Tageslicht mit Blitz fotografierst. In diesem Fall ist das Blitzlicht die Hauptlichtquelle und du wirst deine Einstellungen für ISO/Zeit/Blende so wählen, dass die Aufnahme mit Blitzlicht korrekt belichtet wird.

Damit du dann kein schwarzes oder sehr dunkles Sucherbild hast und Probleme bekommst, richtig zu fokussieren und dein Model zu erkennen, schalte bitte die Anzeige Live View aus.

Die Kamera stellt die Sucher- und Displayhelligkeit dann so hell ein, dass du dein Motiv richtig sehen und fotografieren kannst.

2. ISO-Automatik – Maximalwert begrenzen

Die ISO-Automatik ist eine feine Sache und unterstützt dich bei der korrekten Belichtung mit einem autom. ISO-Wert. Nützlich in der Blenden- oder Zeitautomatik aber auch im manuellen Modus M. Allerdings empfehle ich den Maximalwert zu begrenzen um nicht versehentlich starkes Bildrauschen in deine Bilder zu bekommen. Wenn er nicht begrenzt wird, verwendet die Kamera ohne jegliche Scheu ISO-Werte, die auch zu starkem Bildrauschen führen.

Wie hoch du gehen willst, hängt von deinem persönlichen Qualitätsempfinden ab. Ein Richtwert könnte 6400 ISO sein.

Fotoaufnahme Menü Nikon z6 II

3. ISO-Automatik – längste Verschlusszeit festlegen

Wenn du mit der ISO-Automatik arbeitest, empfehle ich die längst mögliche, von der Kamera zu verwendende Belichtungszeit festzulegen. Diese Einstellungsoption ist relevant in den Kamera-Modi P und A. Denn hier liefert die Kamera die Belichtungszeit automatisch.

Diese Einstellung stellt sicher, dass du weder verwackelst noch versehentlich eine ungewollte Bewegungsunschärfe in dein Bild bekommst. Für Motive, die sich nicht sehr schnell bewegen (statische Portraitfotografie) reicht z.B. 1/160s. Bei schnelleren Bewegungen deines Models ist natürlich eine entsprechend kürzere Zeit die bessere Wahl (1/500 bis 1/1000s).

nikon z kamera Einstellungen portrait

4. Belichtungsmessung anpassen bei Augen-Autofokus

Den Gesichts- oder Augen-AF möchte ich in der Portraitfotografie nicht mehr missen. Sofern du gerne mit der Belichtungsmessart Matrixmessung in Kombination mit der Gesichtserkennung arbeitest, solltest du sicherstellen, dass die Funktion Matrixmessung Gesichtswahrenehmung aktiviert ist.

Diese Funktion findest du im Menü Individualfunktionen > b) Belichtung >> Matrixmessung Gesichtswahrenehmung: ON.

5. Wechsel zwischen vertikalem und horizontalem Fokusfeld

Gesichter sind meistens in der oberen Hälfte des Sucherbildes platziert und dorthin positionierst du auch dein Fokusfeld. Beim Wechsel von Hoch- auf Querformat erfordert dieser Umstand aber ein ständiges Verschieben des Fokusfeldes. Das kostet Zeit.

Mit der Funktion Messf. je n. Ausricht. speich. stellst du sicher, dass die Kamera sich die jeweilige Position des AF-Feldes in Hoch- und Querformat „merkt“ und wieder dahin zurückspringt. Funktioniert nicht wenn du die automatische Messfeldsteuerung aktiviert hast.

Diese Funktion findest du im Menü Individualfunktionen > a) Autofokus.

AF Einstellungen Nikon z6 II

6. Funktionstasten programmieren

Die Sony a7  verfügt über zahlreiche programmierbare Tasten. In der Portraitfotografie macht es z.B. Sinn, den Augen-AF oder den Wechsel zwischen linkem und rechtem Auge auf eine Taste zu legen. Auch die Spotmessung ist oft, auf einer Funktionstaste gelegt, hilfreich. Zu finden im Menü BenKey/RegelEinst.

Die AF-ON Taste kann man z.B. mit der Funktion AF Ein belegen. In Kombination mit dem AF-C fokussiert die Kamera über das Auslösen hinweg permanent weiter, solange ich den Button gedrückt halte. Ein echter Gamechanger beim Fokussieren.

Eine genaue Erklärung und Anleitung zu dieser sog. Back Button Focus Technik findest du in meinem Blogbeitrag Back Button Focus – die flexible und treffsichere Fokus-Methode.

Individualfunktionen bei Nikon z6 einstellen

f2) Benutzerdef. Bedienelemente

Belegung der einzelnen Funktionstasten

Ähnlich wie beim i-Menü, je nach Konfiguration wechsele ich schon mal die Funktion. Was ich aber fast immer verwende:

    • AF-ON >> Autofokus aktivieren
    • Fn1: Spotmessung
    • Fn2: Fokusmodus/AF-Messfeldsteuerung
    • Video-Taste: Tiefenschärfekontrolle
    • Sub-Wähler: Fokusmessfeld-Auswahl

f3) OK-Taste: bei Wiedergabe >> Ausschnitt ein/aus >> 1:1 (100%) Bei 100% kann man am besten die Schärfe überprüfen.

Wenn du noch tiefer in die Menüeinstellungen einsteigen möchtest und dabei einen kompetenten Berater und Unterstützer an deiner Seite wissen möchtest, wirf einen Blick auf mein individuelles Kameratraining oder melde dich z.b. für ein Einzelcoaching an.